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Botschaft des Revolutionsoberhauptes zum Hadsch 2011

بسم الله الرحمن الرحیم

Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen

 

الحمد لله ربّ العالمين و الصّلاة و السّلام على سيّدنا محمّد و ءاله الطّاهرين‌
و صحبه المنتجبين

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Der Friede und Segen Gottes sei mit Seinem Propheten Mohammad und dessen reinen Nachkommen und auserwählten Gefährten. Nun ist der Frühling des Hadsches frisch und mit spiritueller Schönheit und Pracht und Gott gegebener Größe eingekehrt und hat die gläubigen und sehnsüchtigen Herzen wie Falter um die Kaaba des Glaubens an den Einen Gott und die Kaaba der  Einheit zum Flug versammelt. Mekka und Mena, Maschar und Arafat sind Raststätten glücklicher Menschen, die auf die Einladung aufgrund des Verses Rufe die Menschen zum Hadsch auf! (Sure 22:27) gehört haben und die Ehre fanden, an dem Gastempfang Gottes, des Vergebenden und des Großzügigen teilzunehmen. Hier steht das gesegnete Haus und der Mittelpunkt der Rechtleitung, von dem aus die Zeichen der göttlichen Verkündigung ausstrahlen und wo sich über die Häupter aller der Schirm der Sicherheit spannt.

Wascht die Herzen im Zamzamquell der Aufrichtigkeit, der Gott-Erinnerung und Gottergebenheit rein! Öffnet das innere Auge für die klaren Zeichen Gottes! Sucht die ausschließliche Hinwendung zu Ihm und die Ergebenheit, die ein Zeichen für wahre Gott-Dienstbarkeit ist! Vergegenwärtigt euch immer wieder die Erinnerung an jenen Vater, der willig und ergeben seinen Ismael zur Opferstätte führte! Lernt auf diese Weise den hellen und klaren Weg kennen, der für die Freundschaft zu dem Herrlichen Schöpfer offen vor uns  liegt, und  überlasst es eurem gläubigen Willen  und eurer aufrichtigen Absicht, diesen Weg zu beschreiten!

Der Platz Abrahams gehört zu diesen Zeichen der göttlichen Verkündigung. Der Fußabdruck Abrahams -  gegrüßet sei dieser Prophet - neben der heiligen Kaaba ist nur ein Wahrzeichen für den Platz, den Abraham einnimmt. Der hohe Platz  Abrahams besteht in seiner ausschließlichen Gottzuwendung , seinem  Selbstverzicht und seiner Selbstaufopferung. Es ist seine Stufe der Standhaftigkeit gegenüber dem Verlangen seiner Seele und seinen Empfindungen als Vater und ebenso gegenüber der Vorherrschaft des Unglaubens und des Götzentums und der damaligen Gewaltherrschaft des Nimrods.

Diese beiden Wege der Rettung stehen auch jetzt für jeden von uns aus der Islamischen Umma offen. Einsatzbereitschaft,  Mut und fester Wille eines jeden von uns können uns in Richtung derselben Ziele in Bewegung setzen, zu denen die Überbringer der göttlichen Botschaft – von Adam bis zum Letzten der Propheten – die Menschen herbeiriefen, während sie denen, die diesen Weg gehen, Größe und Glück in dieser und der ewigen Welt verhießen.

An diesem gewaltigen Versammlungsort der Islamischen Umma sollten sich die Hadschpilger mit den wichtigsten Fragen der Islamischen Welt auseinandersetzen. Zurzeit steht die Protesterhebung und Revolution in einigen bedeutenden islamischen Ländern an der Spitze aller dieser Fragen. Vom letzten bis zum diesjährigen Hadsch ist es in der Zwischenzeit zu Ereignissen in der Islamischen Welt gekommen, die das Schicksal  der Islamischen Umma verändert haben und eine strahlende Zukunft voller Größe und materiellem und immateriellem Fortschritt ankündigen. In Ägypten, Tunesien und Libyen sind die diktatorischen, verdorbenen und fremdabhängigen Abgottherrscher vom Machtthron herabgestürzt und in einigen anderen Ländern drohen die mächtigen Wogen des Volksaufstandes die Paläste des Reichtums und der Gewaltherrschaft abzubrechen und zu zerstören.

Dieses neu eröffnete Kapitel in der Geschichte unserer Umma macht Tatsachen deutlich, die alle zu den Zeichen der göttlichen Verkündigung gehören und uns vitale Lehren zuteil werden  lassen. Diese Tatsachen müssen bei allen Abwägungen und Planungen der muslimischen Völker genutzt werden.

Als erstes hat sich nun aus der Mitte der Völker, welche viele Jahre politisch von den Fremden beherrscht wurden, eine junge Generation erhoben, die mit einem beachtenswertem Selbstvertrauen der Gefahr entgegen geht, zur Konfrontation mit den Hegemoniemächten aufsteht  und sich für die Veränderung der Lage einsetzt.

Zudem ist der Islam – trotz der Vorherrschaft und der Bestrebungen der sekulären Potentanten und deren offenen und versteckten Anstrengungen zur Verdrängung der Religion in diesen Ländern -   mit deutlicher, beeindruckender Macht und Präsenz Wegweiser für Herz und Zunge geworden  und hat wie ein sprudelnder Born  für die Losungen und Aktionen der Millionenmassen, deren Versammlungen und Vorgehen Frische und Leben verliehen. Die Orte, von denen aus der Gebetsaufruf erhallt und die Versammlungsplätze zu diesem Gebet, die Rufe zur Größenpreisung (Takbir)  und die Islamischen Losungen sind ein deutliches Zeichen für diese Wahrheit,  und den sicheren Beweis für diese Behauptung liefern die jüngsten Wahlen in Tunesien. Zweifelsohne werden freie Wahlen in jedem anderen islamischen Land kein anderes Ergebnis als wie das von Tunesien zur Folge haben.

Des Weiteren wurde bei den Ereignissen dieses einen Jahres allen vor Augen geführt, dass Gott der Allmächtige eine solche Macht in den Willen der Völker gelegt hat, dass keine andere Gewalt Widerstand gegen sie leisten kann. Die Völker sind mit dieser Gott gegebenen Kraft in der Lage, ihr Schicksal zu ändern und den göttlichen Beistand für sich zu gewinnen.

Dazu kommt, dass die arroganten, imperialistischen Regierungen und an ihrer Spitze die USA, welche lange Jahre mit  politischen Machenschaften und Kniffen ihrer Sicherheitsapparate die Regierungen der Region fügsam machten und – wie sie glaubten - eine hindernisfreie Bahn für ihre zunehmende wirtschaftliche, kulturelle und politische Vorherrschaft über diesen bedeutsamen  Teil der Welt geschaffen hatten, nun Hauptziel der Lossagung und der Verabscheuung der Völker dieser Region sind. Man soll sich dessen sicher sein, dass die Systeme, die aus diesen Revolutionen hervorgehen, nicht mehr das demütigende  Ungleichgewicht akzeptieren werden und die politische Geografie dieser Region von den Völkern und  mit dem  Ziel der Erreichung  ihrer Größe und vollständigen Unabhängigkeit bestimmt werden wird.

Ebenso ist die doppelzüngige und heuchlerische Natur der westlichen Mächte den Menschen in diesen Ländern klar geworden. In Ägypten, Tunesien und Libyen haben die USA und Europa  -  jeweils auf  bestimmte   Art und Weise  – nach besten Kräften versucht, ihre Schachfiguren aufrecht zu erhalten. Als aber der Wille der Völker ihr Vorhaben vereitelte, begegneten sie dem siegreichen Volk mit einem scheinheiligen Lächeln der Freundschaft.

Es gibt noch mehr wertvolle Wahrheiten und Zeichen der göttlichen Verkündigung bei den Ereignissen der letzten 12 Monate in dieser Region. Leuten, die nachdenken, fällt es nicht schwer, sie zu sehen und zu erkennen.

Trotz alledem bedarf heute die gesamte Islamische Umma und bedürfen insbesondere die Völker, die sich erhoben haben, zwei wichtiger Faktoren:

Erstens:  Die Fortsetzung des Widerstandes und strikte Vorsicht vor Abnahme der Entschlossenheit

Der göttliche Befehl, der im Koran an den Erhabenen Propheten (F.s.m.i.) ergeht, lautet:     فَاسْتَقِمْ كَمَا أُمِرْتَ وَمَن تَابَ مَعَكَ وَلاَ تَطْغَوْاْ

Bleibe beharrlich auf dem geraden Weg, wie dir befohlen wurde und desgleichen den Gläubigen, die mit dir zu Gott umgekehrt sind. Und begeht keine Überschreitungen! (11:112)  sowie:

فذلک فادع و استقم کما امرت

Zu diesem (Glauben, dem einheitlichen Glauben,) sollst du aufrufen. Bleibe standhaft auf dem rechten Weg, wie dir befohlen worden ist! (42: 15)

und in Zitierung des Propheten Moses  (gegrüßet sei er):

قــــــالَ موُسی لِقَوْمِهِ أسْتَعینوُا باللهِ وَ أصْبِروُا اِنَّ ألْاَرْضَ لِلّهِ یوُرِثُها مَنْ یَشاءُ مِنْ. عِبادِه
وَألْعاقِبَةُ لِلْمُتَّقینَ.

Da sagte Moses zu seinem Volk: "Bittet Gott um Hilfe und seid geduldig! Die Erde ist Gottes, und Er vererbt sie, wem Er will unter Seinen Dienern. Das gute Ende gehört den Gottesfürchtigen.” (7:128)

In der jetzigen  Epoche liegt für die Völker, die sich erhoben haben, das große Beispiel für Gottesfürchtigkeit darin, dass sie ihre gesegnete Bewegung nicht einstellen und sich nicht durch die Erfolge dieses Zeitabschnittes von den Realitäten ablenken lassen. Dies ist die wichtige Stufe einer Gottesfürchtigkeit, deren Inhaber mit der Verheißung des „guten Endes“ geehrt werden.

Zweitens: Wachsamkeit gegenüber den Machenschaften der internationalen arroganten Unterdrücker und der Mächte, denen diese Protestaufstände und Revolutionen geschadet haben.

Sie bleiben nicht tatenlos und haben, ausgerüstet mit allen politischen, geheimdienstlichen und finanziellen Möglichkeiten den Schauplatz betreten, um erneut in diesen Ländern ihren Einfluss und ihre Macht herzustellen. Ihre Instrumente sind Verlockungen, Drohungen und Täuschung. Wie die Erfahrung zeigt, gibt es unter den Prominenten Leute, bei denen dieses Instrumentarium wirkt und bei denen Angst, persönliche Erwartungen oder Leichtfertigkeit verursachen, dass sie sich bewusst oder unbewusst in den Dienst der Feinde stellen. Die junge Generation, Intellektuellen und Religionsgelehrten müssen die Situation mit wachem Auge genau verfolgen.

Die größte Gefahr ist die Einmischung und Einflussnahme der Front des Kufrs und der Istikbar (des Unglaubens und der arroganten Mächte) bei der Errichtung der neuen politischen Ordnung in diesen Ländern. Sie werden alle ihre Anstrengungen darauf konzentrieren, dass die neuen Regierungsordnungen keinen islamischen und keinen Volks-Charakter besitzen. Allen, die in diesen Ländern engagiert nach dem Wohl streben und alle, die Ehre, Würde und Fortschritt ihres Landes möchten, müssen sich dafür einsetzen, dass die neue Ordnung vollständig den islamischen Charakter und die Mitsprache der Bevölkerung gewährleistet. Hierbei spielen die Verfassungen eine herausragende Rolle. Zukünftige Erfolge und Siege setzen die Anerkennung der Verschiedenartigkeit der religiösen Rechtsschulen oder der durch Stammes- oder Rassenzugehörigkeit bedingten Andersartigkeit voraus.

Die mutige revolutionäre Bevölkerung in Ägypten, Tunesien und Libyen sowie alle anderen wachen und kämpfenden Völker sollten wissen, dass die Befreiung von dem Unrecht und der Heimtücke der USA und der anderen arroganten Mächte im  Westen einzig und alleine dann möglich wird, wenn auf der Welt ein Kräfteverhältnis entsteht,  das zu ihren Gunsten ist.  Damit die Muslime ernsthaft ihre Probleme mit den weltverschlingenden Mächten lösen können, müssen sie die Stufe einer großen Weltmacht erreichen und dies wird nur durch Zusammenarbeit, Verständigung und Zusammenschluss der Islamischen Länder erreichbar sein. Dies ist eine unvergessliche letzte Empfehlung des großartigen Imam Chomeini. Die USA und Nato haben angeblich wegen dem üblen, diktatorischen Gaddafi mehrere Monate lang über Libyen und seine Bevölkerung Bomben abgeworfen und das Land in Brand gesteckt. Dabei zählte Gaddafi doch vor dem mutigen Aufbegehren des libyschen Volkes zu ihren engsten Freunden. Sie nahmen ihn in die Arme, und stahlen durch ihn aus dem libyschen Reichtum. Um ihn zu bearbeiten, drückten sie ihm die Hand oder küssten diese… Nachdem sich das Volk erhoben hatte, haben sie ihn erneut als Aufhänger benutzt und die gesamten Infrastrukturen in Libyen zerstört. Welcher Staat konnte die Tragödie des Mordes an der Bevölkerung und der Zerstörung von Libyen durch die Nato verhindern? Solange den westlichen Mächten, die über Leichen gehen und wie Barbaren auftreten, nicht das Handwerk gelegt wird, sind immer solche Gefahren für die islamischen Länder denkbar. Eine Rettung ist nur durch die Verwandlung der Islamischen Welt in einen Machtpol möglich.

Der Westen, Amerika und der Zionismus sind heute schwächer wenn je. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die aufeinanderfolgenden Misserfolge in Afghanistan und Irak, die ernsthaften, wachsenden Volksproteste in den USA und anderen westlichen Ländern, die Kämpfe und die Opfertaten der Bevölkerung von Palästina und Libanon, die tapferen Volksaufstände in Jemen und Bahrain und einigen anderen unter dem Machteinfluss der USA stehenden Staaten, beinhalten alle bedeutende Frohbotschaften für die Islamische Weltgemeinde und insbesondere für die neuen revolutionären Länder. Die gläubigen Männer und Frauen überall in der Islamischen Welt und ganz besonders in Ägypten, Tunesien und Libyen sollten diese Chance optimal für die Bildung einer internationalen Islamischen Macht nutzen. Persönlichkeiten und Anführer der Bewegungen sollen bei Gott, dem Allmächtigen, Zuflucht suchen, auf die Verheißung Seines Beistandes vertrauen und die neue Seite, die nunmehr in der Geschichte der Islamischen Umma  aufgeschlagen wurde, mit ihren unvergesslichen ehrenhaften Taten, welche göttliche Zufriedenheit finden und die Grundlage für Seinen Beistand schaffen werden, schmücken.

Der Friede Gottes sei mit den rechtschaffenen Gottesdienern

Sejjed Ali Husseini Khamenei

29. Dhu-l Qa`da 1432

 

 

Ansprache auf 5. internationaler Unterstützungskonferenz "Palästinensische Intifada"

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01-10-2011

Quelle: http://german.khamenei.ir/index.php?option=com_content&task=view&id=837

 

بسم‌الله‌الرّحمن‌الرّحيم‌
 
Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen
السّلام عليكم و رحمةالله‌
Der Frieden und Segen Gottes sei mit Ihnen
الحمد لله ربّ العالمين و الصّلاة و السّلام على سيّدنا محمّد و ءاله الطّاهرين‌
و صحبه المنتجبين و على من تبعهم باحسان الى يوم الدّين‌.
Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Der Friede und Segen Gottes sei mit Seinem Propheten Mohammad und dessen reinen Nachkommen, und auserwählten Gefährten und mit denen, die ihnen in angemessener Weise bis zum Jüngsten Tag folgen.

Gott, der Allweise spricht:

«اذن للّذين يقاتلون بأنّهم ظلموا و انّ الله على نصرهم لقدير. الّذين اخرجوا من ديارهم بغير حقّ الّا ان يقولوا ربّنا الله و لو لا دفع الله النّاس بعضهم ببعض لهدّمت صوامع و بيع و صلوات و مساجد يذكر فيها اسم الله كثيرا و لينصرنّ الله من ينصره انّ الله لقوىّ عزيز»(1)


Ansprache von Revolutionsoberhaupt auf 5. internationaler Konferenz für Unterstützung palästinensiscDen Gläubigen, die angegriffen werden, ist es erlaubt zu kämpfen, weil ihnen Unrecht geschehen ist. Gott hat die Macht, ihnen zu helfen.
Das sind die, die zu Unrecht aus ihren Wohnstätten vertrieben wurden, nur weil sie sagten: "Unser Herr ist allein unser Gott!" Wenn Gott nicht die einen Menschen durch die anderen zurückhalten würde, wären gewiss Einsiedlerklausen, Kirchen, Synagogen, Gebetsstätten und Moscheen, in denen der Name Gottes unablässig genannt wird, zerstört worden. Gott wird bestimmt denen helfen, die Gottes Sache helfen. Er ist stark und mächtig

 

Ich heiße die lieben Gäste und alle werten Anwesenden herzlich willkommen. Unter allen Angelegenheiten, mit denen sich die Persönlichkeiten aus Religion und Politik überall aus der Islamischen Welt auseinandersetzen sollten, nimmt die Palästinafrage einen herausragenden Platz ein. Palästina ist das vorrangige Thema unter allen gemeinsamen Angelegenheiten der muslimischen Länder. Die außergewöhnlichen Merkmale dieser Angelegenheit sind wie folgt:

Erstens: Ein Muslimland wurde seiner Bevölkerung weggerissen und Fremden übergeben, die man aus verschiedenen Ländern herbeigeholt und zu einer Mosaikgesellschaft zusammengesetzt hat, die illegal ist.

Zweitens: Dieses Geschehen, welches in der Geschichte seinesgleichen suchen muss, ging mit ständigen Massakern und Verbrechen, Unrecht und Schmähung einher.

Drittens: Der ersten Gebetsrichtung der Muslime und zahlreichen hochgeschätzten religiösen Stätten, die in diesem Land liegen, drohen Beschädigung, beleidigendes Vorgehen und die Vernichtung.
 
Viertens: Dieser illegale Staat und seine illegale Gesellschaft haben an einem Punkt höchster Bedeutung in der Islamischen Welt von Beginn an die Rolle eines militärischen Stützpunktes und Stützpunktes für Sicherheit und Politik der arroganten mächtigen Staaten gespielt. Die westliche Achse des Imperialismus, welche aus verschiedenen Gründen gegen den Zusammenschluss und Fortschritt der muslimischen Länder ist, hat sie wie einen Dolch ausgenutzt, der dem Glaubensvolk der Muslime in die Seite gestoßen wurde.

Fünftens: Der Zionismus, der eine große Gefahr für die menschliche Gesellschaft hinsichtlich Ethik, Politik und Wirtschaft darstellt, hat dieses Trittbrett zum Mittel und Ausgangspunkt für die Verbreitung seines Einflusses und seiner Vorherrschaft auf der Welt bestimmt.

Es können noch weitere Punkte hinzugefügt werden wie die hohen menschlichen und finanziellen Verluste, welche die islamischen Länder bereits erlitten haben, die geistige Inanspruchnahme der muslimischen Regierungen und Völker, das Leid Millionen palästinensischer Flüchtlinge, von denen viele noch nach 6 Jahrzehnten in Lagern leben, der Abbruch der Geschichte eines wichtigen zivilisatorischen Mittelpunktes in der Islamischen Welt usw.

Heute reiht sich noch ein weiterer grundlegender Faktor von schlüsselhafter Bedeutung dazu, und zwar die Bewegung des Islamischen Erwachens, welche die gesamte Region erfasst hat und ein neues und das Schicksal der Islamischen Weltgemeinde bestimmendes Kapitel aufschlug. Diese gewaltige Bewegung, welche zweifelsohne zur Bildung einer mächtigen, modernen und geschlossenen Islamischen Gemeinschaft an diesem sensitiven Ort der Welt führen und mit Gottes Hilfe und Macht und dem festen Willen der Anführer dieser Bewegung einen Schlusspunkt unter die Ära der Rückständigkeit und Schwäche der muslimischen Völker setzen kann, hat eine bedeutende Portion ihrer Energie und ihres Heldenmutes aus der Geschichte Palästinas gewonnen.

Die zunehmende Unterdrückung und Gewaltanwendung seitens des zionistischen Regimes und die Zusammenarbeit einiger diktatorischen Herrscher und Vasallen der USA mit ihm einerseits und andererseits das Aufbegehren der beherzten palästinensischen und libanesischen Widerstandsbewegung und die einem Wunder gleichenden Siege der jungen Gläubigen während des 33-tägigen Libanon- und des 22-tägigen Gazakrieges gehören zu den bedeutenden Faktoren, die den anscheinend stillen Ozean der Bevölkerung von Ägypten, Tunesien und Libyen und der anderen Länder in der Regionen in heftiges Wallen geraten ließen.

Es ist eine Tatsache, dass die Faust der gläubigen und kühnen Dschihadkämpfer dem bis zu den Zähnen bewaffneten zionistischen Regime, welches von sich behauptete, unschlagbar zu sein, in Libanon bei einem ungleichen Krieg eine schwere und demütigende Niederlage erteilte, und dass dieses Regime danach ebenso gegenüber dem tapferen und stählernen Widerstand von Gaza erfolglos seine stumpfen Säbelklinge erprobte.

Diese Dinge müssen bei Analyse der jetzigen Situation in der Region ernsthaft mit in Betracht gezogen werden und die Richtigkeit jeder Entscheidung, die getroffen wird, ist an ihnen zu messen.

Der Rückschluss, dass sich die Dringlichkeit und Bedeutung der Palästinafrage heute verdoppelt hat und das palästinensische Volk mit Recht in der derzeitigen regionalen Situation größere Erwartungen an die muslimischen Länder stellt, ist demnach sehr zutreffend.
Wir sollten einen Blick auf die Vergangenheit und in die Gegenwart werfen und für die Zukunft einen Fahrplan aufstellen. Ich möchte einige wichtige Punkte vor Augen führen:

Es sind mehr als 6 Jahrzehnte seit der Tragödie der Usurpation Palästinas vergangen. Die Haupturheber dieser blutigen Tragödie sind alle identifiziert worden. Sie werden von der englischen Kolonialmacht angeführt, die , gefolgt von arroganten Mächten in Ost und West, ihre Politik, Waffen, Militär- und Sicherheits- sowie wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte für dieses große Unrecht aktivierten. Das schutzlose palästinensische Volk war unter der grausamen Fuchtel der Besatzer Massakrierungen ausgeliefert und wurde aus seinen Häusern und seiner Heimat vertrieben. Bislang ist noch nicht einmal ein Hundertstel von der menschlichen und bürgerrechtlichen Tragödie, die sich damals von Hand der angeblichen Verfechter von Zivilisation und Ethik ereignete, veranschaulicht worden und die medialen und darstellenden Künste konnten nicht in diesem Sinne genutzt werden. Die großen Lehnherren der darstellenden Künste, des Kinos und des Fernsehens und die westliche Mafia der Filmindustrie haben dies nicht gewollt und nicht zugelassen. Ein ganzes Volk wurde schweigend niedergemetzelt, vertrieben und obdachlos.

Zu Beginn kam es zu Widerständen, die aber heftig und erbarmungslos zerschlagen wurden. Von außerhalb der palästinensischen Grenzen und vor allen Dingen von Ägypten aus, haben islamisch motivierte Menschen Anstrengungen unternommen, welche jedoch nicht die nötige Unterstützung erhielten und sich nicht auf dem Schauplatz des Geschehens auswirken konnten.

Danach folgten offizielle klassische Kriege zwischen einigen arabischen Staaten und der zionistischen Armee. Ägypten, Syrien und Jordanien schickten ihre Militärkräfte in die Arena. Aber die arabischen Streitkräfte scheiterten wegen der bedingungslosen massiven und gesteigerten militärischen, logistischen und finanziellen Hilfen an das Besatzerregime seitens der USA, Englands und Frankreichs. Diese Staaten konnten dem palästinensischen Volk nicht helfen, sondern verloren sogar wichtige Teile ihrer eigenen Territorien bei diesen Kriegen.
Als das Unvermögen der arabischen Länder in Nachbarschaft von Palästina an den Tag gekommen war, bildeten sich organisierte Widerstandszellen im Form bewaffneter palästinensischer Gruppen, die nach einiger Zeit zu der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO verschmolzen. Ein Hoffnungsstrahl blitzte auf, aber schon bald darauf erlöschte er wieder. Dieses Scheitern kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden, der wichtigste Faktor war jedoch die Distanz zum Volke und zu der islamischen Überzeugung. Ihre linksgerichtete oder auf rein patriotischen Gefühlen aufbauende Ideologie war nicht das, was die diffizile und schwierige Palästinafrage brauchte.
Was eine Nation auf den Schauplatz des Widerstandes holen und sie in eine unschlagbare Kraft umwandeln konnte, waren der Islam, der Dschihad und der Märtyrertod. Das haben sie jedoch nicht richtig begriffen. Damals, in den ersten Monaten nach der großen Islamischen Revolution, als die Anführer der PLO sich moralisch gestärkt fühlten und öfters nach Teheran kamen, habe ich einen ihrer wichtigen Verantwortungsträger gefragt: „Warum hisst ihr nicht das Banner des Islams in eurem berechtigten Kampf?" Er antwortete mir: „Unter uns sind auch einige Christen." Dieser Mann ist später in einem arabischen Land von den Zionisten bei einem Terroranschlag getötet worden und so Gott will, wird er die göttliche Vergebung erfahren - aber sein Argument war unzulänglich und verschwommen. Meiner Meinung nach wird ein gläubiger christlicher Mitstreiter an der Seite eine Schar von opferbereiten Dschihadkämpfern, die in aufrichtiger Absicht, gestützt auf ihren Glauben an Gott und das Jüngste Gericht und in Hoffnung auf die göttlichen Hilfen kämpfen und von ihrem Volk materiell und immateriell unterstützt werden, eher für das Gefecht motiviert werden, als wenn er in einer Gruppe ist, die nicht glaubt, sich auf flüchtige Gefühle stützt und der treuen Unterstützung seitens der Bevölkerung entbehrt.
Das Fehlen eines festen religiösen Glaubens und die Trennung vom Volk hat sie (die Anhänger der PLO) allmählich scheitern und erfolglos werden lassen. Natürlich gab es unter ihnen edle, stark motivierte und ehrenfeste Menschen, aber die Organisation als Ganzes ging einen anderen Weg. Ihre Abweichung hat der Palästinafrage geschadet und schadet ihr noch immer. Sie haben wie verräterische arabische Regierungen dem hohen Ziel des Widerstandes - welches die einzige rettende Lösung für Palästina ist und bleibt - den Rücken zugekehrt; natürlich nicht nur Palästina haben sie einen schweren Schlag versetzt, sondern auch sich selber. Mit den Worten eines arabischen Dichters, der Christ ist:
لئن اضعتم فلسطيناً فعيشكم‌
طول الحياة مضاضات و ءالام‌
Fügt ihr Palästina Schaden zu, lässt euch das Unglück nie mehr in Ruh!

32 Jahre der Misere vergingen auf diese Weise, aber plötzlich wandte Gottes mächtige Hand das Blatt. Der Sieg der Islamischen Revolution im Iran im Jahre 1979 veränderte total die Lage in der Region und schlug eine neue Seite auf. Unter den erstaunlichen Veränderungen durch diese Revolution auf internationaler Ebene und den schweren und wirkungsvollen Schlägen, die sie der Politik der arroganten Mächten zufügte, erfolgte der Schlag, den sie dem zionistischen Regime erteilte, am schnellsten und deutlichsten.
Man sollte noch einmal nachlesen, was die Anführer dieses Regimes damals äußerten. Ihre Äußerungen zeugen davon, wie schlecht sie sich fühlten und wie sehr sie in Sorge waren. Schon in den ersten Wochen nach dem Sieg wurde die Botschaft des illegalen Israels in Teheran geschlossen und ihr Personal des Landes verwiesen. Stattdessen wurde dieser Ort offiziell der Vertretung der PLO übergeben und deren Vertreter sind immer noch hier.
Unser großartiger Imam gab bekannt, dass eines der Ziele dieser Revolution in der Befreiung der palästinensischen Heimat und der Entfernung der Krebsgeschwulst „Israel" besteht. Die mächtigen Wogen dieser Revolution, die damals die ganze Welt erfassten, haben überall, wo sie eintrafen, die Botschaft „Palästina muss befreit werden!" überbracht. Die aufeinanderfolgenden großen Probleme, welche die Feinde der Revolution der islamisch-republikanischen Staatsordnung Irans aufbürdeten und von denen eines der 8-jährige Krieg des Saddam Hussein-Regimes, das von den USA und England dazu angestachelt und dabei von den reaktionären arabischen Regimes unterstützt wurde, war, konnten der Islamischen Republik nicht die Motivation zur Verteidigung Palästinas nehmen. So floss frisches Blut in die Adern Palästinas. Es entstanden die Gruppen der muslimischen Dschihadkämpfer Palästinas. Der Libanesische Widerstand bildete eine neue starke Front gegenüber dem Feind und seinen Unterstützern. Palästina stützte sich nicht mehr auf die arabischen Regierungen und streckte nicht hilfesuchend die Hand nach internationalen Gremien wie die UNO aus, welche selber Komplizen der arroganten unterdrückerischen Regierungen waren, sondern es suchte bei seiner jungen Generation, bei seinem tiefen islamischen Glauben und bei seinen opferbereiten Männer und Frauen Halt. Dies ist der Schlüssel zu allen Erfolgen und Siegen.

In den letzten drei Jahrzehnten machte dieser Prozess immer mehr Fortschritte. Die demütigende Niederlage des zionistischen Regimes im Libanon im Jahre 2006 und der blamable Misserfolg ihrer hochmütigen Streitkräfte in Gaza im Jahre 2008 - die Flucht aus dem Südlibanon und der Rückzug aus Gaza, die Bildung der Widerstandsregierung in Gaza oder - zusammengefasst in einem Wort - die Verwandlung des palästinensischen Volkes von einer Masse hilf- und hoffnungsloser Menschen in eine hoffnungsfrohe , widerstandsbereite Nation, die Selbstvertrauen besitzt, sind charakteristische Merkmale, welche die letzten 30 Jahre prägen.

Dieser kurzer Überblick wird dann vollständig, wenn die kompromisslerischen und verräterischen Tätigkeiten richtig erkannt werden, welche darauf abzielten, den Widerstand zu ersticken und die Palästinensergruppen und arabischen Staaten dazu zu zwingen, dass sie Israel als legitim anerkennen. Hinter diesen Aktivitäten, die von Hand des verräterischen und sündigen Nachfolgers von Dschamal Abdel Nasser beim Abschluss des schimpflichen Camp-David-Vertrages erfolgte, stand stets die Absicht, wie eine spitze Feile auf den stählernen Willen des Widerstandes einzuwirken. Im Camp-David Vertrag hat zum ersten Mal eine arabische Regierung offiziell erklärt, dass das islamische Gebiet Palästinas zionistisch sei und unter einen Text, in dem Israel als die nationale Heimat der Juden bezeichnet wird, ihre Unterschrift gesetzt.
Von da an bis zum Oslo-Vertrag im Jahre 1993 und nach diesem durch die Ergänzungsentwürfe, welche unter US-Regie und zusammen mit den europäischen imperialistischen Ländern nach und nach den kompromisslerischen und Alleingängergruppen der Palästinenser aufgehalst wurden, war der Feind rundherum bestrebt, durch leere und trügerische Versprechungen die palästinensische Nation und die Palästinensergruppen von der Alternative „Widerstand" abzubringen und in ein unwürdiges Spiel auf der politischen Arena hineinzuziehen. Die Ungültigkeit all dieser Vereinbarungen stellte sich sehr bald heraus und die Zionisten und ihre Unterstützer haben oftmals bewiesen, dass sie alle diese Texte als ein paar wertlose Papierfetzen betrachten. Mit diesen Projekten wurde nur bezweckt, Wankelmut unter den Palästinenser hervorzurufen, die ungläubigen und weltlich orientierten Leute unter ihnen anzulocken und die Bewegung des Islamischen Widerstandes unfähig zu machen.
Das Gegenmittel zu allen diesen bisherigen verräterischen Spielen ist der Geist des Widerstandes unter den islamischen Gruppen und der islamischen Bevölkerung gewesen. Sie haben mit Gottes Einverständnis Widerstand gegen den Feind geleistet und sie erhielten göttliche Hilfe - so wie Er es verheißen hat:

«و لينصرنّ الله من ينصره انّ الله لقوىّ عزيز»(1)

Gott wird denen helfen, die Gottes Sache helfen. Er ist stark und mächtig

Die Standhaftigkeit Gazas trotz der Vollblockade war Gottes Hilfe. Der Sturz des verräterischen und korrupten Regimes von Husni Mubarak ebenso. Gottes Hilfe ist auch die mächtige Welle des Islamischen Erwachens in der Region. Ebenso wie es göttliche Hilfe ist, dass die heuchlerische und trügerische Maske vor dem Gesicht der USA, England und Frankreichs zur Seite wich und die heftige Aversion der Völker in der Region gegen sie wuchs. Die aufeinanderfolgenden zahllosen Schwierigkeiten des zionistischen Regimes - von ihren internen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen bis zu der weltweiten Isolation und dem Abscheu der Allgemeinheit und sogar der europäischen Universitäten gegenüber diesem Regime sind alles Manifestationen der Hilfe Gottes. Heute ist das zionistische Regime verhasster denn je und schwächer und isolierter denn je, und nie ist sein Hauptunterstützer USA dermaßen in Schwierigkeiten verwickelt und ratloser gewesen wie heute.

Nun liegt uns ein kurzer Überblick über das Palästina der letzten circa 60 Jahre vor. Die Zukunft ist mit Blick auf diese Geschichte und indem wir aus ihr lernen, aufzubauen.

Von vorneherein müssen zwei Dinge klar gestellt werden:

Der erste Punkt ist der, dass unsere Forderung „Befreiung Palästinas" lautet, und nicht nur „Befreiung eines Teils von ihm". Jeder Plan, der Palästina teilen wird, ist vollständig abzulehnen. Der Zwei-Staaten-Entwurf, der in das selbstgefällige Gewand „Anerkennung der Mitgliedschaft des palästinensischen Staates in der UNO " gehüllt wurde, bedeutet nichts anderes als dem Wunsch der Zionisten nachzukommen, nämlich „die Anerkennung des zionistischen Staates in dem Land Palästina." Dies würde heißen, das Recht des palästinensischen Volkes mit Füßen zu treten, das historische Recht der palästinensischen Flüchtlinge zu missachten, und würde sogar eine Bedrohung der Rechte der Palästinenser, die in den Gebieten (innerhalb der Grenzen) von 1948 leben, darstellen. Es bedeutet Verbleib des Krebsgeschwürs und der ständigen Gefahr für den gesamten Corpus der Islamischen Umma, insbesondere die Völker in der Region. Und ebenso bedeutet es Wiederholung von jahrzehntlangen Leiden und ein Verrat an dem Blut der Märtyrer.

Jeder Operationsplan muss auf dem Grundsatz: „Das ganze Palästina für alle Bürger Palästinas" basieren. Palästina ist das Palästina „zwischen dem Fluss und dem Meer" und auch nicht eine Handbreit weniger. Natürlich darf dabei nicht vergessen werden, dass die palästinensische Nation mittels ihrer gewählten Regierung jeden Teil des palästinensischen Bodens, den sie befreien kann, verwalten wird, so wie sie es in Gaza getan hat, ohne jedoch jemals ihr Endziel aus den Augen zu verlieren.

Der zweite Punkt ist der, dass für die Erreichung dieses hohen Zieles, etwas unternommen werden muss. Mit Worten ist es nicht getan. Man muss ernsthaft handeln, nicht nur scheinbar. Langmut und Überlegung sind vonnöten anstatt ungeduldiges Vorgehen und ständigem Wechsel der Farbe. Wir müssen auf die entfernten Horizonte blicken und Schritt für Schritt, festen Willens, mit Hoffnung und in Vertrauen auf Gott vorwärts schreiten. Die muslimischen Regierungen und Völker, die Widerstandsgruppen in Palästina, Libanon und anderen Ländern - sie alle können jeder für sich ihre Rolle und ihren Beitrag in diesem allgemeinen Bemühen auf dem Weg Gottes finden und mit Gottes Erlaubnis das Puzzle des Widerstandes zu Ende legen.

Der Lösungsvorschlag der Islamischen Republik für Palästina und die Heilung dieser alten Wunde ist klar und logisch und entspricht der für die Weltöffentlichkeit gültigen politischen Erkenntnis. Er wurde bereits ausführlich dargelegt. Wir schlagen weder den klassischen Krieg der Streitkräfte der muslimischen Länder vor, noch machen wir den Vorschlag, die eingewanderten Juden ins Meer zu werfen, ebenso wenig wie wir die Vorherrschaft der UNO oder anderer internationaler Organisationen vorschlagen. Wir empfehlen stattdessen ein Referendum unter dem palästinensischen Volk. Die palästinensische Nation hat wie jedes andere Volk das Recht, selber über ihr Schicksal zu bestimmen und die Staatsordnung, die in ihrem Land herrschen soll, zu wählen. Alle ursprünglichen Bewohner Palästinas, von den Muslimen und Christen bis zu den Juden - mit Ausnahme der fremden Einwanderer - sollen - wo sie auch immer sind, ob in Palästina, ob in den Lagern oder an einem anderen Ort, an einer allgemeinen ordnungsgemäßen Volksbefragung teilnehmen und die zukünftige Staatsordnung Palästinas bestimmen. Diese Ordnung und die Regierung, die aus ihr hervorgeht, wird nach ihrer Bildung, darüber entscheiden, was die nicht-palästinensischen Immigranten, die in den vergangenen Jahren in dieses Land übergesiedelt sind, zu tun haben. Dies ist ein gerechter und logischer Entwurf. Die Weltöffentlichkeit hat ihn richtig verstanden und daher kann er die Unterstützung der Völker und unabhängigen Regierungen für sich gewinnen. Natürlich erwarten wir nicht, dass die usurpatorischen Zionisten sich problemlos unterwerfen, und gerade an diesem Punkt beginnt die Rolle der Regierungen und Völker und Widerstandsorganisationen Formen und einen Sinn anzunehmen. Die wichtigste Säule der Unterstützung für das palästinensische Volk besteht im Abbruch der Unterstützung für den besatzerischen Feind; dies ist die große Pflicht der islamischen Regierungen.
Mit welcher Begründung setzen nun, nachdem die Völker die Arena betreten haben und ihre kraftvollen Losungen gegen das zionistischen Regime in ihr erklingen lassen, die Regierungen von Muslimstaaten ihre Beziehungen zu dem Besatzerregime fort? Das beste Beweisstück für die aufrichtige Haltung der Muslimregierungen hinsichtlich ihrer Unterstützung für das palästinensische Volk besteht in dem Abbruch der offenen und versteckten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu diesem Regime.
Die Regierungen, die Gastgeber der Botschaften oder der Geschäftsbüros der Zionisten sind, können nicht behaupten, dass sie Palästina verteidigen, und wenn sie anti-zionistische Parolen ausgeben, wird es nicht ernst genommen und nicht für echt gehalten werden.

Die islamischen Widerstandsbewegungen, auf deren Schultern in den vergangenen Jahren die schwere Last des Dschihads lag, stehen heute derselben großen Aufgabe gegenüber. Ihr organisierter Widerstand ist der aktive Arm, welcher der palästinensischen Nation auf dem Weg zu diesem Endziel weiterhilft. Der tapfere Widerstand seitens einer Bevölkerung, deren Häuser und Land besetzt wurden, wird in allen internationalen Verträgen offiziell anerkannt und erntet Bewunderung und Lob. Der Vorwurf des Terrorismus, den das dem Zionismus unterworfene politische und mediale Netzwerk macht, ist leeres, billiges Gerede. Eindeutiger Terrorist ist das zionistische Regime und sind seine westlichen Unterstützer. Der palästinensische Widerstand aber ist eine Anti-Bewegung gegen die niederwalzenden Terroristen. Diese Bewegung ist menschlich und edel.

Unterdessen sollten auch die westlichen Länder realistisch auf die Lage blicken. Der Westen steht heute an einer Weggabelung. Er muss von seiner langen Vergangenheit der Gewaltanwendung und Bevormundung ablassen, das Recht der palästinensischen Nation anerkennen und endlich die Befolgung der Pläne der unterdrückerischen und menschheitsfeindlichen Zionisten aufgeben oder anderenfalls mit noch härteren Schlägen in nicht allzu weit entfernter Zukunft rechnen. Diese lähmenden Schläge bestehen nicht nur in dem Sturz von immer mehr Vasallenregimes in den Muslimgebieten. Vielmehr werden ihnen die Bevölkerungen in Europa und in den USA an dem Tag, an dem sie merken, dass ihre Probleme hinsichtlich Wirtschaft, Gesellschaft und Moral daraus resultieren, dass der Octapus des internationalen Zionismus ihre Regierungen beherrscht und ihre Regierungspolitiker wegen persönlicher und Parteiinteressen sich den gewaltsamen Bevormundungen der schmarotzerhaften zionistischen Konzernbesitzer in den USA und Europa unterworfen haben, derartig die Hölle heißmachen, dass sie nicht mehr wissen, in welche Richtung sie entkommen können.
Der US-Präsident sagt, bei der Sicherheit Israels läge seine rote Grenze. Wer hat diese rote Grenzlinie festgelegt? Waren es die Interessen der US-Bevölkerung oder der Bedarf Obamas an den Geldern und der Unterstützung der zionistischen Konzerne , damit er zum zweiten Mal Staatspräsident wird? Wie lange noch könnt ihr denn eure Bevölkerungen täuschen? Wie wird die US-Nation an dem Tag mit euch verfahren, an dem ihr bewusst wird, wie sehr ihr euch, nur um ein paar Tage mehr an der Macht zu verbleiben, vor den Reichen der Zionisten erniedrigt und ihnen gehorcht und dabei die Interessen einer großen Nation ihnen zu Füßen geopfert habt?

Werte Anwesenden und liebe Brüder und Schwestern! Sie sollten wissen: Diese rote Grenze Obamas und von Leuten, die wie er sind, wird von den muslimischen Völker, die sich erhoben haben, durchbrochen werden. Was das zionistische Regime bedroht, sind nicht die iranischen Raketen oder die Widerstandsgruppen, so dass sie hier und dort Raketenabwehrschilder aufbauen sollten. Die eigentliche und unausweichliche Gefahr ist der feste Wille der Männer und Frauen und jungen Menschen in den muslimischen Ländern, die nicht mehr wollen, dass die USA und Europa und ihre Handlanger sie beherrschen, ihnen befehlen und sie erniedrigen. Natürlich werden jene Raketen, sobald eine Bedrohung seitens des Feindes aufkommt, ihre Funktion erfüllen.

 

«فاصبر انّ وعد الله حقّ و لا يستخفّنّك الّذين لا يوقنون».
Sei geduldig! Gottes Versprechen ist wahr. Lass dich nicht von denen verunsichern, denen es an Zuversicht fehlt! (2)
والسّلام عليكم و رحمةالله و بركاته‌
Der Frieden und Segen Gottes sei mit Ihnen


(1) Sure Hadsch (22) Verse 39 und 40
(2) Sure Rum (30), Vers 60

 

Rede Imam Chamene’is auf der erster Konferenz “Islamisches Erwachen“ 17.9.2011

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Begnadenden

Der Friede und die Barmherzigkeit Allahs und Sein Segen seien mit Euch

Alle Dankpreisung gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und die Segnungen und der Friede sei mit unserem Fürsten Muhammad und mit seiner reinen Familie und seinen edlen Gefährten.

Allah, Der Mächtige und Weise, sagte:

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Begnadenden.

„Oh Prophet, sei ehrfürchtig gegenüber Allah und gehorche nicht den Nichtgläubigen und den Heuchlern. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allweise. Und folge dem, was dir von Deinem Herrn offenbart wurde. Allah ist dessen, was ihr tut, wohl kundig, und vertraue auf Allah.“ (Heiliger Qur´an 33:1-3)

Ich heiße Sie, geehrtes Publikum und werte Gäste, willkommen. Was uns hier zusammengeführt hat, ist das islamische Erwachen, was der stärkeren Inspiration und dem größeren Verständnis unter der muslimischen Weltgemeinschaft (Umma) entspringt. Dieses Erwachen hat zu einer größeren Entwicklung unter den Nationen in unserer Region geführt und Aufstände und Revolutionen mit sich gebracht, die niemals in den Kalkulationen der vorherrschenden regionalen und internationalen teuflischen Mächte in Erwägung gezogen werden konnten. Dies sind momentane Aufstände, die die autokratischen und imperialistischen Festungen dem Erdboden gleichgemacht haben und die Tyrannen bezwungen haben, die sie bewachten.

Es gibt keinen Zweifel, dass kolossale soziale Umwälzungen immer auf solidem Fundament von Geschichte und Zivilisation gründeten und Produkte von Weisheit und Erfahrungen sind. Über die vergangenen 150 Jahre hinweg hat das Vorhandensein großer intellektueller und bestrebender (dschihadi) Persönlichkeiten, die die Oppositionsführer waren und hinter den islamischen Bewegungen standen in Ägypten, Irak, Indien und in anderen Ländern in Asien und Afrika als Vorgänger und Pioniere für die gegenwärtige Situation in der islamischen Welt gedient. Die Entwicklungen in den 1950´ern und 1960´ern führte dazu, dass Regimes an die Macht kamen, die materialistischen Ideologien und Gedanken im höchsten Maße zugeneigt waren und so aufgrund ihres ihnen innewohnenden Charakters in die Falle westlicher Imperialisten und kolonialistischer Mächte tappten. Dies sind Erfahrungen, die Lehren sind, um daraus zu lernen, und sie haben beträchtlich zur Entwicklung eines allgemeinen und tiefen Verständnisses in der Islamischen Welt beigetragen.

Die Islamische Revolution im Iran, die von Imam Chomeini als “Sieg des Blutes über das Schwert“ begrüßt wurde, sowie die Errichtung einer fortdauernden, widerstandsfähigen, mutigen und progressiven Islamischen Republik und deren Einfluss auf das gegenwärtige islamische Erwachen ist an sich schon eine lange Geschichte, die es verdient, erörtert und erforscht zu werden. Es besteht keinerlei Zweifel, dass der Islamischen Revolution des Iran ein vollständiges und umfangreiches Kapitel in den Analysen und Schriften der Geschichte der gegenwärtigen Situation der Islamischen Welt eingeräumt werden wird.

Aus diesem Grunde sind die gegenwärtigen und ansteigenden Fakten und Wahrheiten in der Islamischen Welt nicht einfach Bewegungen, die losgelöst sind von den vergangenen historischen Wurzeln, sozialen und intellektuellen Hintergründen und somit unseren Gegnern und oberflächlichen Leuten gestatten, sie als eine vorübergehende Welle und kurzlebiges Phänomen darzustellen, um die Hoffnung in den Herzen der Nationen durch ihre verzerrten und voreingenommenen Analysen auszulöschen.

In diesem brüderlichen Dialog mit euch möchte ich auf drei Aspekte einen größeren Schwerpunkt setzen:

bulletEinen Blick werfen auf die Identität dieser Aufstände und Revolutionen,
bulletBedeutende Bedrohungen und Schäden, die auf ihrem Weg liegen,
bulletEmpfehlungen und Lösungen zu finden und diese Bedrohungen und Schäden zu verhindern.

Was den ersten Punkt angeht, glaube ich, dass das wichtigste Element in diesen Revolutionen die aktuelle und massenhafte Anwesenheit des Volkes in der Arena der Tat, des Kampfes und der Anstrengung ist. Sie waren anwesend, nicht nur mit ihren Herzen, Begehren und Glauben, sondern auch mit Körper und Seele. Es gibt einen großen Unterschied zwischen dieser Anwesenheit und der Anwesenheit einer militärischen Gruppe oder selbst bewaffneten Kämpfern vor gleichgültigen oder gar beunruhigten Menschen.

Bei den Ereignissen in den 1950´ern und den 1960´ern in einigen Ländern Afrikas und Asiens, lag die schwere Last der Revolution nicht auf den Schultern diverser Teile der Bevölkerung und der Jugend aus allen Landesteilen, sondern vielmehr auf den Schultern von Putschisten oder kleiner und eingeschränkter bewaffneter Gruppen, die beschlossen und handelten, und sie selber oder die nachfolgende Generation änderten ihre Handlungsweisen aufgrund bestimmter Beweggründe. Die Revolution wurde ihr eigener Feind, und dem Feind gelang es wieder, über ihre Länder die Oberhand zu gewinnen.

Dies unterscheidet sich völlig von dem Wandel, der vom Volke ausgeht. Es ist das Volk, das Körper und Seele in die Arena der Handlung trägt und durch seine Anstrengung und Hingabe den Feind zurückschlägt und besiegt. Es ist das Volk, das die Parolen ausruft und die Ziele setzt, das den Feind identifiziert, darlegt und verfolgt. Sie zeichnen ihre gewünschte Zukunft, obwohl nicht umfassend. Und als ein Ergebnis davon erlauben sie keine Abweichung vom Pfad der Revolution oder Zugeständnisse an den Feind, Kurswechsel durch Kompromisse und (sie hindern) die wenigen Verdorbenen mit speziellen Interessen, und vor allem durchkreuzen sie die Pläne der Agenten des Feindes.

In so einer Graswurzel-Bewegung mag die Revolution verlangsamt werden, aber sie kann von Kurzsichtigkeit und dem Stehen auf instabilem Untergrund fernbleiben. Der Heilige Qur´an besagt:

„Hast du nicht gesehen, wie Allah Gleichnisse setzt, wie Er das gute Wort mit einem guten Baum gleichsetzt, dessen Wurzel fest gegründet ist, und dessen Zweige in den Himmel ragen?“ (Heiliger Qur´an 14:24)

Als ich die tapferen Massen des stolzen Volkes Ägyptens im Fernsehen auf dem Tahrir-Platz gesehen habe, gewann ich die Überzeugung, dass ihre Revolution siegen wird.

Lassen Sie mich etwas bekennen. Nach dem Sieg der Islamischen Revolution und der Errichtung der Islamischen Republik im Iran, was ein Erdbeben verursachte unter den weltlichen, materialistischen Herrschern in Ost und West und in muslimischen Nationen (positive) Erregung und Freude verursachte, erwarteten wir, dass Ägypten als nächstes an der Reihe war, aufzustehen. Der Grund lag in der Geschichte der Anstrengung, progressiven Denkens und Präsenz großer Kämpfer und Intellektueller in Ägypten. Ich rezitierte in meinem Herzen das Gedicht von Abu Firas (lebte 932-968 n.Chr.):

„Oh ungezähmte Träne, ich sehe, wie die Geduld dein Wesen ist.

Kann denn die Liebe dir nichts verwehren noch befehlen (geweint zu werden)?“

Als ich das Volk Ägyptens auf dem Tahrir-Platz sah und auf den Plätzen anderer Städte, wusste ich, dass ich meine Antwort erhalten hatte. Das Volk Ägyptens sagte mir mit Worten, die aus ihrem Herzen kamen:

(Fortsetzung des Gedichts von Abu Firas, die Antwort der Träne):

„Doch, ich habe Sehnsucht, und in mir ist Ungeduld,

jedoch einem wie mir wird kein Geheimnis bekanntgegeben.“

Dieses heilige Geheimnis war nichts anderes als der Beweggrund und Entschlossenheit, sich zu erheben, und nach und nach zementierte das Volk Ägyptens diesen Gedanken in seinem Sinn, und an einem kritischen historischen Punkt bekundete es seine Entschlossenheit und betrat die Arena in einer großartigen Darbietung seiner Macht.

Tunesien, Jemen, Libyen und Bahrain sind keine Ausnahmen dieser allgemeinen Regel. In diesen Revolutionsprinzipien sind Werte und Ziele nicht in vorgefertigte Manifeste von Gruppen oder Parteien geschrieben, aber sie stehen geschrieben in den Gedanken, Herzen und Wünschen jeder Person, die beim Geschehen anwesend ist, und wurden im Rahmen ihrer Parolen und ihres Verhaltens deklariert.

Mit diesen Signalen kann man klar sagen, dass die Prinzipien der aktuellen Revolutionen in der Region, in Ägypten und anderen Ländern, in erster Linie folgende sind:

bulletWiederbelebung und Erneuerung der nationalen Würde und des Respekts, welche während langer Jahre diktatorischer und korrupter Regeln und politischer Vorherrschaft Amerikas und des Westens gebrochen und niedergetrampelt wurden.
bulletAufrechterhaltung des Banners des Islam, welches der fundierte Glaube und die anhaltende Bindung des Volkes ist, und in der Lage zu sein, inneren Frieden, Justiz, Fortschritt und Wohlstand zu genießen, welche nur unter einer islamischen Gesetzgebung erreicht werden können.
bulletWiderstand gegen Einfluss und Vorherrschaft der USA und Europas, welche über die vergangenen zwei Jahrhunderte den größten Schaden und Erniedrigung für die Völker dieser Länder angerichtet haben.
bulletEntgegentreten gegen das usurpierende und erfundene zionistische Regime, welches die imperialistischen Mächte wie einen Dolch in das Herz dieser Region gepflanzt haben, damit es als Werkzeug diene, um ihre diabolische Vorherrschaft fortzusetzen, nachdem sie eine ganze Nation aus ihrem geschichtlichen Heimatland vertrieben haben.

Es gibt keinen Zweifel, dass die Revolutionen in der Region, welche diesen Prinzipien vertrauen und diese einfordern, nicht nach dem Geschmack Amerikas, Europas und der Zionisten sind, und sie werden alle Mittel nutzen, um diese zu leugnen, doch die Wahrheit wird sich nicht durch ihre Leugnung ändern.

Die umfassende Beteiligung der Menschen an diesen Revolutionen ist das wichtigste Element, welches ihre Identität formt. Ausländische Mächte, die alles in ihrer Macht Stehende versucht haben und alle ihre Maßnahmen nutzten um die tyrannischen, korrupten und unterwürfigen Herrscher in diesen Ländern an der Macht zu halten und sie erst verließen, als das Volk ihnen keine Wahl mehr ließ, haben kein Recht, einen Anteil am Sieg dieser Revolutionen zu beanspruchen. Selbst in Libyen kann die Intervention Amerikas und der NATO die Wahrheit nicht verdrehen. In Libyen hat die NATO irreparable Schäden angerichtet. Wäre die militärische Intervention der NATO und der USA nicht gewesen, könnte der Sieg des Volkes verzögert worden sein, aber all die Infrastruktur wäre nicht beschädigt und unschuldige Frauen und Kinder nicht getötet worden, und dann wären die Feinde, die Komplizen Gaddafis waren, nicht in der Lage, in diese unschuldige, vom Krieg zerrüttete Nation zu intervenieren.

Das Volk und deren Elite, die zum Volk gehört, sowie andere, die zum Volk gehören, sind die wahren Eigentümer dieser Revolutionen, denen Vertrauen geschenkt werden sollte, um sie zu schützen und die den Weg der Zukunft aufzeichnen sollen.

In Anbetracht der Bedrohungen und Schäden muss ich zunächst betonen, dass auch wenn es Bedrohungen gibt, es auch Wege der Absicherung gibt. Die schiere Anwesenheit von Bedrohungen sollte die Bevölkerung nicht abschrecken.

„Wahrlich, die List des Satans ist schwach.“ (Heiliger Qur´an 4:76)

Allah sagt über ein Gruppe der sich Anstregenden (Mudschahid) in der Frühzeit des Islam:

„Diejenigen, zu denen die Leute sagten: Seht, die Leute haben sich bereits gegen euch geschart; darum fürchtet sie, dann hat Er sie an Überzeugung gemehrt und sie sagten: Uns gereicht Allah, und Er ist der beste Anwalt! Daher kehrten sie mit Allahs Gnade und Huld zurück, ohne dass sie Schlimmes getroffen hätte, und sie sind Allahs Zufriedenheit gefolgt; und Allah ist Eigner großer Huld.“ (Heiliger Qur´an 3:173-174)

Wir müssen wissen, was diese Gefahren sind, um nicht überrascht zu werden und um in der Lage zu sein, Lösungen zu finden. Wir haben uns diesen Risiken und Gefahren nach dem Sieg der Islamischen Revolution gestellt und haben sie erlebt. Mit der Gnade Allahs und der Führung Imam Chomeinis und der Opfer unseres Volkes haben wir es geschafft, durch sie in Sicherheit zu segeln. Die Verschwörungen der Feinde bestehen nach wie vor, aber so (besteht) auch die standhafte Entschlossenheit des Volkes.

Ich unterteile die Bedrohungen auf diese Bewegungen in zwei Gruppen: Diejenigen, die ihre Wurzel in uns selbst haben und aus unserer eigenen Schwäche folgen und jene, die direkt von den Feinden geplant sind.

Das Gefühl und der Gedanke, dass nach dem Fall des korrupten Diktators die Arbeit erledigt sei, inneres Befriedungsgefühl und Bequemlichkeit, welche nach dem Sieg kommen, und anschließend die Abnahme der Motivation und Schwächung der Entschlossenheit gehören zu den ersten Gefahren, und die schädlichste Gefahr ist, wenn Individuen nach ihrem Anteil der Ausbeute des Sieges fragen.

Die Geschichte der Schlacht von Uhud und den Verteidigern, die nach der Siegesbeute gestrebt haben, verursachte die Niederlage der Muslime und die sich Anstrengenden (Mudschahids) wurden von Gott getadelt. Dies ist ein gutes Beispiel, das niemals vergessen werden sollte. Schockiert und eingeschüchtert zu sein durch die Erscheinung der arroganten Mächte und das Gefühl der Angst vor Amerika und anderen intervenierenden Mächten sind von dieser Art des Schadens, welcher vermieden werden sollte. Die Mutigen und Jungen sollten diese Ängste aus ihren Herzen hinauswerfen. Dem Feind zu vertrauen und in die Falle ihrer Lächeln und Versprechungen zu tappen ist eine weitere Gefahr, die von den Vorläufern und Anführern umgangen werden muss. Der Feind muss identifiziert werden, ganz gleich welche Verkleidung er verwendet. Die Nation und die Revolution sollten vor den Plänen des Feindes beschützt werden, welche sich hin und wieder hinter den Erscheinungen von Freundschaft und unterstützenden Gesten verbergen.

Eine andere Seite ist es, zu selbstsicher zu werden und den Feind zu übersehen. Tapferkeit muss mit Weisheit und guter Beurteilung kombiniert werden. Wir müssen alle Schätze Gottes in uns selbst gegen Satane unter den Dschinn und den Menschen nutzen (hier mit Bezug auf den letzten Vers der 114. Sure). Das Verursachen von Teilung und Durchsetzung (mit Feinden) unter den Revolutionären und das Eindringen hinter die Schlachtfront des Kampfes ist ein weiterer großer Schaden, der mit aller Macht verhindert werden muss.

Fast alle Länder der Region haben die zweite Gruppe des Schadens während verschiedener Ereignisse erfahren. Der erste Schaden ist die Machtübernahme von denen, die sich Amerika und dem Westen gegenüber verpflichtet haben. Der Westen versucht nach dem Niedergang seiner Pfandleihgeschäfte die grundlegende Säule seines Systems und den Hebel ihrer Macht zu schützen und ändert die Richtung, indem er die gleiche Basis nutzt, nur mit einem anderen Herrscher, um ihre Herrschaft aufrecht zu erhalten. Das bedeutet eine Verschwendung von all euren Bemühungen und Aufopferungen. Wenn sie in diesem Abschnitt dem Widerstand der Menschen begegnen, versuchen sie, dieser Bewegung andere Alternativen vorzustellen und anzubieten, die dazu bestimmt sind, diese Bewegung abzulenken. Dies könnte unter ihren Einfluss Regierungsausführung und -einrichtung sein, welches die islamischen Länder wieder in die Falle der kulturellen, politischen und ökonomischen Abhängigkeiten des Westens führt. Dies könnte zu größerem wirtschaftlichen und medialen Einfluss unter den Revolutionären führen mit einer unglaubwürdigen Gegenwart und Ausgrenzung der tatsächlichen Gegenwart der Revolution. Dies bedeutet ebenfalls die Herrschaft des Westens und der stärkere Zugriff der dann veralteten westlichen Modelle, welche fern der wesentliche Grundprinzipien der Revolution sind.

Wenn diese Taktik nicht zum gewünschten Ergebnis führt, lehren uns unsere Erfahrungen, dass sie zu Anarchie, Terrorismus, Bürgerkrieg unter den Anhängern der Religionen oder ethnischen Gemeinschaften und Stämmen, politischen Parteien, oder sogar zwischen benachbarten Völkern und Regierungen übergehen werden. Parallel zu diesen Aktionen werden sie wirtschaftliche Belagerungen und Sanktionen verhängen, sie werden nationale Ressourcen einfrieren, und sie werden den totalen Medienkrieg und Propaganda einführen. Ihre Absicht besteht darin, die Menschen zu ermüden, zu frustrieren und die Revolutionäre zu enttäuschen. Unter diesen Umständen ist es einfach, die Revolution zu vernichten. Ermordung der gerechten Elite der Gesellschaft und der Meinungsbildner, Verleumdung und Herabwürdigen von anderen und sogar die Verlockung einiger mit Geld sind die üblichen Machenschaften der westlichen Mächte und der (selbsternannten) Kläger für zivilisierte Sitten.

Im Iran fielen die Beweise und Dokumente der Institution der Geheimdienste der USA in die Hände der Revolution. Diese zeigten auf, dass all die Anschläge durch das Regime von den Vereinigten Staaten gegen die Menschen im Iran entwickelt wurden, um die reaktionären und abhängigen Herrscher in die revolutionären Länder zurückzuführen, ein Prinzip, das all die schmutzigen Machenschaften beschreibt.

Im letzten Teil meiner Anmerkungen stelle ich einige Empfehlungen für Ihre Abwägung und Beurteilung vor, die auf unseren konkreten Erfahrungen im Iran beruhen und das, was an genauen Studien aus anderen Ländern zusammengetragen wurde. Zweifelsohne unterscheiden sich die Bedingungen zwischen Völkern und Ländern. Nichtsdestotrotz gibt es Wahrheiten die Vorteilhaftes für alle Menschen bewirken können.

Der erste Aspekt ist, dass es durch die Hingabe in Gottvertrauen und der Überzeugung der wiederholten Verheißungen der göttlichen Siege, die im Heiligen Qur´an erwähnt sind, und durch Scharfsinn, Entschlossenheit und Tapferkeit möglich ist, alle Hindernisse zu überwinden und Siege zu entwickeln. Zweifelsohne ist die Aufgabe, die sie alle auf sich genommen haben, schwerwiegend und kritisch. Dementsprechend muss man dafür große Mühsal auf sich nehmen. Der Befehlshaber der Gläubigen Imam Ali (a.) sagt:

„Wahrlich, Allah hat keinen Tyrannen einer langen Zeitepoche jemals vernichtet, ohne dass er ihm Aufschub und Wohlstand gewährte, und Er fügte keinen (gebrochenen) Knochen eines jeden Volkes zusammen, ohne sie mit Härten und Katastrophen heimzusuchen. Auch Geringeres als das, was euch bereits an Tadel ereilt hat und was ihr an Unglücken bereits hinter euch habt, wäre genug, um Lehren zu erteilen.“ (aus Nahdsch-ul-Balagha, 88. Predigt – Gründe zum Untergang der Menschen)

Die bedeutsame Empfehlung besteht darin, dass Sie sich stets als in der Szenerie präsent betrachten müssen.

„So wenn du (deine Aufgabe) beendet hast, dann mühe dich (um Gott zu dienen)“. (Heiliger Qur´an 94:7)

Deswegen, wenn ihr frei seid, dann arbeitet weiterhin hart, und betrachtet Allah immer als gegenwärtig und als euren Helfer.

„Und Deinem Herrn widme dich ganz.“ (Heiliger Qur´an 94:8)

Und ihr dürft nicht zulassen, dass eure Siege euch arrogant oder nachlässig machen:

„Wenn die Hilfe Allahs kommt und der Sieg, und du die Menschen in Scharen in die Religion Allahs eintreten siehst, dann lobpreise Deinen Herrn und bitte Ihn um Vergebung. Wahrlich, Er ist der gnädig Sich Wendende.“ (Heiliger Qur´an, Sure 110)

Dies sind die wahren Fundamente einer gläubigen Nation.

Eine weitere Empfehlung besteht in der beständigen Vergegenwärtigung der Prinzipien der Revolution. Die Losungen und Prinzipien müssen weiterentwickelt und in Übereinstimmung mit den Grundlagen und unumstrittenen Prinzipien des Islam gebracht werden. Unabhängigkeit, Freiheit, Gerechtigkeit, die Weigerung sich dem Despotismus oder Kolonialismus zu beugen, Ablehnung von ethnischen, rassistischen oder religiösen Diskriminierungen und die absolute Ablehnung des Zionismus, sind heutzutage die Achse der (Befreiungs-)Bewegungen der islamischen Länder, und sie sind alle inspiriert vom Islam und dem Heiligen Qur´an.

Bringen Sie Ihre Prinzipien zu Papier. Bewahre Sie ihr aufrichtiges Wesen durch ein Höchstmaß an Sensibilität. Erlauben Sie Ihren Feinden nicht, die Prinzipien Ihres zukünftigen Systems zu formulieren. Erlauben Sie nicht, dass islamische Prinzipien kurzlebigen Interessen geopfert werden. Abweichungen in Revolutionen beginnen mit Abweichungen der Losungen und Programmatik. Legen Sie niemals ihr Vertrauen in die USA, die NATO oder kriminelle Regime wie diejenigen von Britannien (England), Frankreich oder Italien, welche schon lange ihre Länder geplündert und untereinander aufgeteilt haben. Betrachten Sie jene (Regimes) stets mit Misstrauen und glauben sie nicht deren Lächeln. Hinter diesem Lächeln und Versprechungen liegen Verschwörung und Verrat. Finden Sie ihren eigenen Weg, indem Sie Zuflucht nehmen zu den gesegneten Quellen des Islam und weisen Sie die Rezepte der Fremden zurück zu ihnen.

Eine weitere wichtige Empfehlung besteht darin, religiöse, ethnische, rassistische Streitigkeiten wie auch Grenzstreitigkeiten zu überwinden. Erkennen Sie die Differenzen als zulässig und bewältigen Sie diese. Aussöhnung (bzw. Abstimmung) unter islamischen Glaubensrichtungen ist der Schlüssel zur Erlösung. Diejenigen, die die Flammen der religiösen Spaltung anheizen, indem sie andere der Ketzerei beschuldigen, sind Söldner und Diener des Satans, selbst wenn es unbeabsichtigt ist.

Ihr eigenes Regierungs-System aufzubauen ist Ihre hauptsächliche und grundlegende Aufgabe. Das ist eine komplexe und schwierige Unternehmung. Erlauben Sie nicht dass man Ihnen säkulare, westlich liberale, extremistische, nationalistische oder links-marxistische Modelle aufzwingt. Der linke Ostblock ist kollabiert und der Westliche Block hält sich durch Gewaltanwendung, Krieg und Betrug am Leben, und es sieht nicht danach aus, als wenn sie eine gescheite Perspektive haben. Der Ablauf der Zeit wird zu ihren Schaden und zum Nutzen der islamischen Gegenwart sein. Das endgültige Ziel muss die Vereinigung der Islamischen Weltgemeinschaft (Umma) sein und der Aufbau einer neuen Islamischen Zivilisation, die auf Glaubensüberzeugung, Vernunft, Wissen und Tugendhaftigkeit gründet.

Die Befreiung Palästinas aus den grausamen Klauen der Zionisten ist ebenfalls ein großes Ziel. Die Länder des Balkans, des Kaukasus und des westlichen Asien wurden nach achtzig Jahren aus den Klauen der ehemaligen Sowjetunion befreit. Warum sollte die Bevölkerung Palästinas nicht in der Lage sein, sich selbst aus der Gefangenschaft der zionistischen Besatzer nach siebzig Jahren zu befreien?

Die aktuelle Generation in den islamischen Ländern hat die Kapazitä,t solch große Schritte zu erreichen. Die heutige junge Generation ist eine Quelle des Stolzes für die früheren Generationen. Wie es ein arabischer Dichter sagte:

„Sie sagten:

Abu Sachr, woher hast du die grauen Haare? Und ich sagte ihnen: Nein, bei meinem Leben, von ihm (seinem Sohn) kommen die grauen Haare.

Wie viele Väter gibt es, die durch den Sohn ihrer Nachkommenschaft eine ruhmreiche Stellung erlangten,

So wie Adnan (Stammvater des Propheten, s.) eine ruhmreiche Stellung durch den Gottesgesandten erlangte.“

(Anmerkung zur Übersetzung: Anspielung darauf, dass es harte Mühen kostet, die kommende Generation zu erziehen, man dadurch aber eine hohe Stellung erreichen kann und die Jungen die Alten überflügeln können.)

Vertrauen Sie Ihrer jungen Generation. Beleben Sie deren Gefühle des Selbstvertrauens und fördern Sie diese (junge Generation) mit den Erfahrungen der Älteren. Es gibt zwei wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang:

Der erste (Aspekt): Eins der wichtigsten Bedürfnisse der Menschen, die aufgestanden sind und die befreit wurden, ist eine maßgebende Beteiligung an der Führung des Landes. Und da sie an den Islam glauben, ist es ihre Sehnsucht, ein System der islamischen Demokratie zu haben, was bedeutet, dass ihre Führungspersönlichkeiten durch die Stimme des Volkes gewählt werden und die grundsätzlichen Prinzipien und Werte der Gesellschaft auf dem islamischen Wissen und dem islamischen Recht beruhen. Dies kann sich in verschiedenen Ländern jeweils abhängig von ihren Bedingungen durch unterschiedliche Methoden und Formen herauskristallisieren. Jedoch ist äußerste Vorsicht geboten, um dieses nicht mit der (sogenannten) westlich liberalen Demokratie zu verwechseln. Die säkulare und zuweilen antireligiöse westlichen Demokratie ist in keinster Weise vergleichbar mit der islamischen Demokratie, welche verbunden ist mit den Werten und Grundprinzipien des Islam und ihrem Regierungssystem.

Der zweite Aspekt betrifft die Tatsache, dass die islamischen Grundsätze nie gleichgesetzt werden dürfen mit Rückständigkeit, Obskurantismus, ignoranten oder extremistischen Neigungen. Die Abgrenzung zwischen diesen beiden (Seiten) müssen formuliert werden. Religiöser Extremismus, der in der Regel von Gewalt begleitet ist, ist der Grund, dass die erhabenen Ziele der Revolution nicht erreicht werden. Und das führt im Gegenzug dazu, dass die Unterstützung der Bevölkerung verloren geht und möglicherweise zum Scheitern der Revolution.

Zusammenfassend (ist folgendes festzustellen): Über das islamische Erwachen zu sprechen ist nicht wie das Sprechen über ein nebulöses verschwommenes Konzept, das in unzählige Interpretationen gekleidet werden kann. Vielmehr geht es darum, über eine greifbare Realität im Ausland zu sprechen, die die Atmosphäre gefüllt hat und in einen großen Aufstand und Revolutionen gemündet ist und einige gefährliche Elemente der Feindschaft von der Szene entfernt hat. Nichtsdestotrotz verbleibt die Szene in Bewegung und bedarf dessen, geformt und zu einem Abschluss geführt zu werden. Die Verse, die am Anfang rezitiert wurden, beinhalten einen vollständigen und effektiven Satz von Richtlinien, insbesondere in diesem sensiblen und bedeutsamen Augenblick. Obwohl diese (Verse) an den heiligen Propheten (s.) gerichtet sind, sind wir die Angesprochenen und verantwortlich, uns daran festzuhalten. In diesen Versen ist Gottesehrfurcht (Taqwa) in ihrem erhabenen und umfassenden Sinn die erste Empfehlung. Danach folgt die Zurückweisung der Anweisungen von Nichtgläubigen und Heuchlern, das Festhalten an der göttlichen Offenbarung und schlussendlich das Vertrauen in Gott.

Wiederholen wir noch einmal den Vers:

„Oh Prophet, sei ehrfürchtig gegenüber Allah und gehorche nicht den Nichtgläubigen und den Heuchlern. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allweise. Und folge dem, was dir von Deinem Herrn offenbart wurde. Allah ist dessen, was ihr tut, wohl kundig, und vertraue auf Allah.“ (Heiliger Qur´an 33:1-3)

Und der Friede sei mit Ihnen und Allahs Gnade

 

Norusbotschaft des geehrten Oberhauptes der Islamischen Revolution

21-03-2011

O du Wandler der Herzen und der Blicke, o du Verwalter von Nacht und Tag! O du Wandler der Zustände und des Befindens, verwandle unseren Zustand in den besten. Zum gesegneten Norusfest und dem Beginn des Frühlings und Neuen Jahres gratuliere ich allen meinen werten Landsleuten überall im Iran und ebenso allen Iranern in den anderen Ländern überall auf der Welt und auch allen anderen Völkern, die Norus schätzen. Diejenigen, die dem Land, der Revolution und der Staatsordnung dienen, sowie ihre Familien beglückwünsche ich ganz besonders: die Angehörigen der geschätzten Märtyrer, die Kampfversehrten und ihre Familien und die Angehörigen der Beamten, die in diesen Tagen, in denen sich alle in ihren Häusern umeinander versammeln, auf ihrem wichtigen Posten sind und darauf verzichten müssen, im Kreis der Familie zu sein. Ich hoffe, dass mit Gottes Huld und Segen – so Er will – dieses Jahr für die iranische Nation ein frohes und segensreiches Jahr ist und dass diese Nation auf allen Schauplätzen erfolgreich und erhobenen Hauptes sein wird.

Allerdings schmälern die bitteren Ereignisse, die sich in einigen Ländern wie in Bahrain für die dortige liebe Bevölkerung und ebenso für die Bevölkerung in Jemen und Libyen abspielen, unsere Freude am Neujahrsfest. Sie verhindern, dass jemand die Freude dieses Fest voll verspürt. Ich hoffe, dass Gott, der Höchsterhabene, diesen Völkern - den Menschen in Bahrain, Jemen und Libyen - eine rasche Erleichterung schickt und deren Feinde mit den Konsequenzen ihrer Taten bestraft.

Das Norusfest ist Zeichen für die natürliche Weiterbewegung des Menschen im Laufe des Jahres, der Monate und des Wechsels von Tag und Nacht. Und weil diese Weiterbewegung in Richtung der Vollendung und der Erhabenheit verlaufen soll, ist jedes Norusfest ein Zeitpunkt, der dazu dient, dass der Mensch, eine neue Phase beginnt. Wir, die iranische Nation, konnten dank göttlicher Erfolgsbescherung und mit der Huld des Herrn im Jahre 1389 (21.3.2010-20.3.2011) wichtige Angelegenheiten bewältigen. Wir hatten das Jahre 1389 zum Jahr des doppelten Einsatzes und der doppelten Bemühung ernannt. Erfreulicherweise wurde das ganz Jahr über diese Devise in die Praxis umgesetzt. Ich kann sagen, dass eine der Losungen der letzten Jahre, die am meisten von der Bevölkerung und den Verantwortungsträgern in der Praxis beachtet wurde und mit Anpassung der Lage im Land einherging, in dieser Losung vom doppeltem Einsatz und doppelter Bemühung bestand, denn Bevölkerung und Regierung haben erfreulicherweise hierbei, bei dieser jährlichen Bewegung, wirklich Eifer und Anstrengung verdoppelt. Wir waren in den Bereichen der Wirtschaft und Politik, der gewaltigen und eindrucksvollen Gegenwart der Bevölkerung auf den einzelnen politischen und revolutionären Szenen und der Wissenschaft und Technologie sowie der Außenpolitik, in verschiedenen Abschnitten zu unserer Freude Zeuge großer Taten, darunter der Schritte, welche die Verantwortungsträger des Landes, die Exekutive, Legislative und Judikative unternahmen. Insbesondere die Exekutive hat in dieser einjährigen Periode viel geleistet und vollbracht, u.a. die entscheidende und bedeutende Zielausrichtung von Subventionen. Sie haben dieses wichtige Projekt in Angriff genommen, und ich hoffe dass diese Angelegenheit – so Gott will – mit absolutem Erfolg zu Ende geführt wird.

Insgesamt spüre ich, dass unser Land – Gott sei Preis und Dank – eine heilsame Bewegung auf dem Weg zum Fortschritt und zur Erhabenheit begonnen hat. Natürlich rührt diese Bewegung, deren Beschleunigung täglich zunimmt, von den Bemühungen der Verantwortungsträger und der Bevölkerung während vieler aufeinander folgender Jahre her. Zum Glück hat das Entwicklungstempo aber mit der Zeit immer mehr zugenommen. Auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Produktion zum Beispiel beträgt, gemäß den Angaben von Weltexpertenzentren und internationalen Institutionen, die Mitbeteiligung unseres Landes an dem wissenschaftlichen Fortschritt und der Produktion von Wissenschaft auf der Welt über 11 Prozent, dies obwohl wir circa ein Prozent der Weltbevölkerung ausmachen und während das Land mit dem zweitgrößten Fortschrittsanteil in unserer Region, weniger als 6 Prozent aufweisen kann. Somit ist der Fortschritt des Landes in den verschiedenen Bereichen – Gott sei Preis und Dank – ausgezeichnet gewesen. Diese mit gesteigerter Geschwindigkeit verlaufende Vorwärtsentwicklung, die mit Ernsthaftigkeit und Eifer verfolgt wird, sollte anhalten – so Gott will.

Was bei Betrachtung der Summe aller Probleme des Landes ins Auge fällt und auf was wir unser Engagement im Jahre 1390 (21.3.11-20.3.12) konzentrieren sollten, ist die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Angelegenheiten zu den wichtigsten Ansatzpunkten des Feindes unseres Volkes und Landes bei der Bekämpfung Irans zählen. Natürlich sind sie auch auf dem Gebiet der Kultur aktiv, ebenso wie auf dem Gebiet der Politik. Auch im Bereich der wissenschaftlichen Monopolisierung sind sie emsig bei der Sache. Doch ihre Aktivitäten im wirtschaftlichen Bereich sind ausgesprochen umfassend. Diese Sanktionen, welche die Feinde der iranischen Nation vorbereiteten oder gegenüber der iranischen Bevölkerung einsetzten, beruhten auf der Absicht, dem Fortschritt unseres Landes zu schaden und das Land an dieser beschleunigten Vorwärtsentwicklung zu hindern. Allerdings blieb ihr Wunsch unerfüllt und die Sanktionen bescherten ihnen nicht das erwartete Resultat. Vielmehr wurde die List der Feinde dank der Planungen der Amtsträger und der Zusammenarbeit der Bevölkerung erfolgreich umgangen. Dennoch lassen sie nicht von ihren Absichten ab. Wir müssen daher in diesem Jahr, welches in diesem Augenblick beginnt, unsere Aufmerksamkeit auf die elementarsten Probleme des Landes richten, deren Dreh- und Angelpunkt in meinen Augen die wirtschaftlichen Angelegenheiten bilden. Deshalb möchte ich dieses Jahr zum „Jahr des wirtschaftlichen Dschihads“ ernennen. Von den Verantwortungsträgern des Landes, ob im Regierungskabinett, Parlament oder den anderen Bereichen, welche Fragen der Wirtschaft berühren, und ebenso von unserer werten Bevölkerung erwarte ich, dass sie auf dem Gebiet der Wirtschaft auf Dschihad-artige Weise handeln. Seid im Zeichen Gottes bemüht! Eine natürliche Entwicklung reicht nicht aus. Auf dieser Arena müssen wir eine evolutionäre und Dschihad-artige Bewegung erreichen.

Ihr seht, dass wir nun - zu dieser Stunde - das dritte Jahr im Jahrzehnt für Fortschritt und Gerechtigkeit beginnen. Natürlich sind sowohl in Bezug auf den Fortschritt als auch in großem Umfang in Bezug auf die Gerechtigkeit, geeignete Maßnahmen erfolgt, aber unsere Bewegung muss derartig sein, dass wir dieses Jahrzehnt im wahrsten Sinne des Wortes als Manifestation des Fortschritts und als Manifestation der Herstellung von Gerechtigkeit in unserem Land bezeichnen können. Erfreulicherweise ist angesichts der Entwicklung , zu der es in der Islamischen Welt kam, zu verspüren, dass dieses Jahrzehnt – mit Gottes Erfolgssegen – auch für die Region ein Jahrzehnt des Forschrittes und ein Jahrzehnt der Gerechtigkeit sein wird.

Ich hoffe, dass Gott, der Höchsterhabene, euch liebe Bevölkerung und euch liebe Verantwortungsträger und euch gläubige junge Leute mit eurem schönen aktiven Geist und euren Begabungen mit seiner Huld bedenkt und die frommen Bittgebete des Baqiatullah (Imam Mahdi – Gott beschleunige seine Wiederkehr) auf euch zutreffen lässt. Ich möchte hiermit würdig unserer geliebten Märtyrer und unseres geehrten Imam gedenken und hoffe, dass Gott dank des Segens der geläuterten Seelen dieser großartigen Menschen für das iranische Volk Seine Barmherzigkeit und Huld und Seinen Segen , Seine Zufriedenheit und Seine Vergebung gelten lässt.

Friede sei euch und Gottes Barmherzigkeit und Segen

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